WO BIN ICH?


Eine starke Staffel: Heinz Friedrichs,Manfred Hoffmann, Helmut Uhde und Werner Langmann.


 

Abordnung des TUS bei der Fahnenweihe der Kleinkaliber-Schützen im Jahre 1952. Teilnehmer: Helmut Uhde, Günter Schröder, Wilfried Hülsemann, Alfred Herford, Klaus Reppner, Ernst Gütebier, Harry Herford, Hinrich Schüßler, Volker Harms, Walter Meyer, Werner Heinsohn u.a.
Das Foto ist ein Geschenk des Schützenvereins zur Einweihung der TUS Turnhalle im Jahre 2005.


 

"Flotter Dreier mit Steuermann" eine Spitzenleistung zum 50jahrigen Vereinsjubiläum. Ob so etwas im Jahre 2009 zum 100. TUS-Geburtstag auch präsentiert werden kann?


„Schreibt das auf!“ 
Das unsere Vereinszeitung auch über die Grenzen Wremens hinaus mit großem Interesse gelesen wird und so eine schöne Verbindung zu Freunden oder ehemaligen Bürgern des Nordseebades herstellt, ist ja hinlänglich bekannt. Das Heft Nummer 26, aus dem Herbst 2005,  fiel dem „Wremer Jung“ Herbert Seebeck „zufällig“ in Kaarst bei Düsseldorf , seinem Wohnort, in die Hände. Und als er darin las und erkannte, dass sein Know how zur Gründung der Tischtennis-Abteilung nach dem Kriege vonnöten war, machte er sich auf den Weg, besuchte seine alte Heimat, und informierte die Redaktion über die Anfänge der langen und ruhmreichen Wremer Ping Pong-Tradition. Wir freuen uns natürlich riesig über solche Berichte, sagen Herbert Seebeck ein ganz dickes „Dankeschön!“ und möchten Leser in nah und fern ermuntern, dem Beispiel folgen und uns ihre „Vereinsgeschichten“ für unsere Berichterstattung zu erzählen oder aufzuschreiben.

Tischtennis aus Amerika
Als Herbert Seebeck im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte traf er in seiner Heimatgemeinde Wremen seinen späteren Freund Hein Rodenberg. Hein Rodenberg, ehemaliger Chefsteward auf der „Bremen“ und nach dem Kriege bei den Amerikanern in der Seestadt Bremerhaven beschäftigt, war zu der Zeit auch Pächter der Gaststätte „Schwanewedel“ am Wremer Tief. Rodenberg war ein Tischtennis-Talent und hatte es auf dem Passagier-Dampfer und bei den Amerikanern in der Kaserne bereits zu Meisterehren gebracht. Gemeinsam beschlossen die Sportkameraden Hein Rodenberg, Friedrich Lübs, Helmut Steinert und Herbert Seebeck dann beim Turn- und Sportverein Wremen von 1909 in Wremen eine Tischtennisabteilung aufleben zu lassen. Mit seinen guten Beziehungen zu den Amerikanern in Bremerhaven gelang es Hein Rodenberg für die junge Sparte des Vereins Platten, Bälle und Schläger zu besorgen. 

Holz und Torf – Bitte mitbringen!
Gespielt wurde auf dem Saal im „Deutschen Haus“. Herbert Seebeck erinnert sich, dass damals wohl eine Frau Machnik Wirtin in dem Lokal mit Saal war. „Und bitterkalt war es auch“, wusste er bei seinem Besuch in Wremen Anfang Februar 2006 zu berichten. „ Eine Zentral-Heizung gab es natürlich nicht und so mussten die Spieler nicht nur ihre Sportutensilien mitbringen sondern, wenn es im Winter halbwegs erträglich sein sollte, auch ausreichend Holz und Torf für die Befeuerung des Ofens.“ Zu den Männern der ersten Stunde zählten damals Wilfried Butt, Henning Hey, Herward Kiers, Friedrich Lübs, Ernst Menningmann, Hein Rodenberg, Helmut Steinert und natürlich  Zeitzeuge Herbert Seebeck. 
Die Wremer Tischtennis-Abteilung war übrigens sehr erfolgreich, erspielte sich zahlreiche Titel und Meisterschaften und spielte schon damals in hochklassigen Ligen und weit über die Ortsgrenze Wremens hinaus an Spielstätten wie Stade, Bremervörde u.s.w.

Care Pakete aus den USA
Interessant ist es übrigens auch, dass die GI`s der US-Armee nicht nur die Erstausstattung spendeten, sondern Herbert Seebeck erinnert sich, dass seine Schwiegermutter, Frau Reiners, eine in den Vereinigten Staaten geborene „Gräfin von der Goltz“, häufig ihre Beziehungen nach Amerika spielen ließ und dann auch tatsächlich ganz leichte „Care Pakete“ voll mit Tischtennis-Bällen den Atlantik kreuzten, um anschließend auf einer grünen Platte in Wremen breitgekloppt zu werden. Es ist des Chronisten Pflicht, hier nicht unerwähnt zu lassen, das besagte Frau Reiners -gemeinsam mit meinem leibhaftigen, verwitweten Großvater, Gustav Reese, und den beiden Schwestern Adelheid Ehlers und Therese Hofmann bis zum Jahre 1964 in dem Hause gelebt hat, das heute das Eiscafé Dahl in der Langen Straße beherbergt. Im Nachhinein betrachtet war das damals wohl eine der allerersten Wohngemeinschaften im Nachkriegsdeutschland und sie hat bestens funktioniert.
Ja, so war das damals und hätte Herbert Seebeck es uns nicht erzählt, dass die Vereinigten Staaten von Amerika gemeinsam mit seiner adeligen Schwiegermutter und ihren Freunden in Übersee es waren, die Tischtennis in Wremen erst möglich machten, seid ehrlich, ihr würdet weiterhin denken, der Sport kommt aus dem Land der aufgehenden Sonne. 

Arno Zier      

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